Mein erster Komparsentag
Mein erster Komparsen Dreh bei „Der letzte Bulle“. Nun ging es also morgens um 7 Uhr los nach Dormagen, voller Erwartung, was nun alles passieren wird.
Durch meinen „Deutschlands schrecklichste…“ Dreh, hab ich ja schon sehr interessante Erfahrungen gemacht und direkt Leute kennen gelernt, die man ja sonst so nie trifft, wie Giovanni oder Holger Stromberg.
Bei dem Komparsendreh war dann alles anders, Komparsen werden eigentlich in der Wartezeit vom restlichen Team abgeschottet und man bekommt eher weniger mit. Da ich ja nun in Begleitung war, hatten wir uns viel zu erzählen und die Zeit verflog nur so, genauso wie der Dreh. Bei den Mitkomparsen schnappte ich Wörter auf wie „Bilder“, „Schuss – Gegenschuss“, „Einstellungen“ usw. und ich wusste ehrlich keine Antworten drauf. Alles neue Begriffe, deren Zusammenhang ich erst später verstehen sollte, dann sich aber auch in meinen Sprachgebrauch plötzlich wieder fanden. Wie schnell man sich an manche Dinge gewöhnen kann.
Als erstes lernte ich den Begriff „Base“ kennen. Bei der Ankunft am „Set“ wurden wir in die „Base“ verbannt. Die Komparsen unter Euch, wissen was gemeint ist, jemand der mit dem Gedanken spielt Komparse zu werden hat nun sicher das gleiche Fragezeichen auf dem Kopf wie ich damals.
Also die „Base“ ist nichts anders als ein Aufenthaltsort, welches in der Nähe vom „Set“ dem Drehort ist. Wer neu als Komparse ist und am Drehort ankommt, sollte jemanden vom Team fragen wo die BASE oder ein Komparsenbetreuer ist. Dann weiß man relativ schnell, wo man hin muss und steht nicht im weg.
Dort geht es dann in der Regel damit weiter, einen Komparsenschein auszufüllen, in dem man seine Bild- und Tonrechte abtritt und seine Bankverbindung angibt.
Zu Anfang des Jahres wurde noch viel in Bar ausgezahlt, aber mittlerweile überweist fast jede Produktion nur noch. Mal binnen von 2-3 Tagen, mal innerhalb von 2-3 Wochen.
Leider habe ich bisher auch eine Produktion gehabt, die gar nicht zahlte.
An der Base wartet man nun also, bis der Komparsenbetreuer oder die Regieassistenz alle oder einzelne zum Set holt, dort bekommt man dann jeder seine Aufgabe genannt, ob er nur stehen oder gehen soll, es folgen 1-2 Proben, dann wird in verschiedenen Kameraeinstellungen gedreht und danach heißt es wieder warten in der Base.
Was passiert in der Wartezeit? Schauspielproben, Kamera Umbau, Einrichtungen am Set, Drehs bei denen keine Komparsen benötigt werden usw.
Das benötigt anscheinend alles seine Zeit, so dass es schon mal gut sein kann, 2-3 Stunden warten zu müssen.
Bei den meisten Produktionen ist an der Base ein Catering, welches auch für Komparsen frei ist. Bei dem Thema Catering sticht man allerdings regelmäßig in ein Wespennest, da es unterschiedliche Auffassungen von „freier Verpflegung“ gibt.
Deswegen gibt es bei einigen Produktionen auch immer mehr Einschränkungen beim Catering. Dem Thema widme ich aber später lieber mal einen eigenen Beitrag, der hoffentlich nicht in ähnliche Diskussionen ausartet wie im Forum von komparse.de
So vergeht dann auch ein „normaler“ Komparseneinsatz: Ankommen, Komparsenzettel ausfüllen, warten, warten, warten, Dreh, essen, warten, warten, Dreh, warten, warten, warten, Dreh und Drehschluss.
Nicht immer so spannend, wie man es sich erhoffte, aber für mich zumindest immer wieder eine neue Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
Den Eindruck kann auch ich vollends bestätigen. Toll dass in der Regel allen Komparsen langweilig ist und man so schnell ins Gespräch kommt.